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Marktreaktionen
Es gibt keine universelle Erfolgsformel die eine Vorhersage über die Entwicklung des Markets mit Hilfe von Datenberichten oder Marktereignissen oder warum der Markt sich in eine bestimmte Richtung bewegen wird ermöglicht.

Sie können sich jedoch an die allgemeine Tatsache halten, dass die ursprüngliche Reaktion des Markets sehr kurzlebig ist; aber voller Aktionen.

Danach kommt die zweite Reaktion, wenn die Händler ein wenig Zeit gehabt haben über die Implikationen der Nachrichten oder Berichte zur aktuellen Marktlage nachzudenken.

Dies ist der Punkt bei dem der Markt entscheidet, ob die Nachrichten sich mit oder gegen die existierenden Erwartungen wenden und ob er darauf dementsprechend reagieren kann.

War das Resultat des Berichts was man erwartet hatte oder nicht? Und was kann uns die aktuelle Marktlage über das Gesamtbild verraten?

Wenn wir diese Fragen beantworten können gibt dies uns die nötige Zeit die Preisaktion zu interpretieren.

Konsenserwartungen

Eine Konsenserwartung, oder einfach nur Konsens, ist das relative Einverständnis von kommenden Wirtschafts- oder Nachrichtenprognosen. Wirtschaftsprognosen werden von verschiedenen führenden Ökonomen von Bank, Finanzinstituten und anderen Unternehmen, die sich um Wertpapiere kümmern, erstellt.

Ihr Lieblingsnachrichtensprecher (oder Sprecherin…) gibt Ihnen einen Überblick über seine/ihre eigene Wirtschaftslage und eine Sammlung von Insiderinformationen des Marktes.

Alle Vorhersagen oder Prognosen werden in einen Topf geschmissen und ausgemittelt. Es sind diese Mittelwerte, die auf Diagrammen und Kalendern die Erwartungen des Wirtschaftsberichts oder der Wirtschaftsnachrichten erscheinen.

Der Konsens ist sozusagen der Nullpunkt; eingehende oder aktuelle Daten werden Baseline Nummern gegenübergestellt. Normalerweise kann man einkommende Daten wie folgt identifizieren:

• „Wie erwartet“ – die berichteten Daten waren nahe oder genau an der Konsensprognose
• „Besser als erwartet“ – die die berichteten Daten waren besser als die Konsensprognose
• „Schlechter als erwatet“ - die berichteten Daten waren schlechter als die Konsensprognose

Egal ob die eingehenden Daten mit die Erwartungen des Konsens entsprechen oder nicht; dies ist eine wichtige Evaluierung für die Bestimmung der Preisaktion. Genauso wichtig ist die Bestimmung wie gut oder wie schlecht die Daten im Vergleich zur Konsensprognose waren. Größere Ungenauigkeitsgrade erhöhen die Chance, und den Umfang, im dem sich der Preis ändern kann wenn der Bericht veröffentlicht wird.

Sie sollten sich jedoch daran erinnern, dass Forex-Händler ziemlich gerissen sind und diese Entwicklungen vorhergesehen haben. Naja, die Besten unter den Forex Spürhunden…

Viele Devisenhändler haben sich schon ihren Preis „ausgerechnet“ bevor eine Konsensprognose ihre Handelsaktionen noch vor der geplanten Bekanntgabe des Berichts (oder der aktuellen Bekanntgabe) beeinflussen könnte.

Im Neudeutschen würde man das „Pricing in“ nennen und wie der Name schon erahnen lässt bezieht sich dieses, auf das Resultat eines Ereignisses und das Platzieren von Wetten (Ja, Sie haben richtig gehört…), auf diese Ereignisse, BEVOR die Nachrichten überhaupt veröffentlicht wurden.



Je höher die Wahrscheinlichkeit das ein Bericht den Preis bewegt, desto eher werden die Händler eine „Price in“ für die Konsensprognose durchführen. Wie kann man erkennen, ob dies bei der aktuellen Marklage der Fall ist?

Naja, das ist wirklich eine harte Nuss…

Man kann es nicht immer herausfinden; Sie müssen also immer selbst am Ball bleiben und die aktuellen Nachrichten selber auseinanderpflücken und analysieren. Auch BEVOR der Bericht veröffentlicht wird. Dies wird Ihnen eine Idee geben um wie viel der Markt „eingepreist“ wurde.

Bevor ein Bericht veröffentlicht wird kann viel passieren; halten Sie also Ihre Augen auf und Ihre Ohren gespitzt wie ein Vulkanier (OK, vielleicht nicht ganz SO spitz…). Die Marktstimmung kann sich vor der Veröffentlichung eines Berichtes verbessern oder schlechter werden; seien Sie also auf der Hut und auf eine Preisreaktion gegen den Trend vorbereitet.

Es besteht immer die Möglichkeit, dass ein Datenbericht die Erwartungen nicht erfüllt; also wetten Sie auf gar keinen Fall Ihr Häuschen auf irgendwelche Erwartungen. Falls die Erwartungen nicht erfüllt wurden werden Sie 100%-ig eine Preisbewegung feststellen.

Helfen Sie sich selbst und bereiten Sie sich auf ein solches Ereignis (oder anderen Resultate) vor.

Spielen Sie das „Was wäre wenn...?“ Spiel.

Fragen Sie sich selbst, „Was wären wenn A passiert? Was wäre wenn B passiert? Wie werden die Händler reagieren oder Ihre Wettprognosen ändern?“.

Sie sollten sogar noch spezifischer sein.

Was wäre wenn der Bericht die Erwartungen um 0.5% nicht erfüllen würde? Um wie viele Pips würde der Preis fallen? Was würde mit diesem Bericht passieren müssen wenn der Bericht einen Preisverfall von 40 Pips verursachen würde? Irgendetwas?

Erstellen Sie im Vorfeld schon verschiedene Szenarien um auf die Marktreaktion selber reagieren zu können. Seien Sie pro-aktiv und bleiben Sie immer einen Schritt voraus.


Huh? Die Daten wurden revidiert? Was nun?

Viel zu viele Fragen… in diesem Titel.

Und ja, es ist richtig; Wirtschaftsdaten können und werden überarbeitet.

So ist es halt wie Wirtschaftsberichte ins Rollen kommen!

Lassen Sie uns einen Blick auf den monatlichen Bericht zur Arbeitsmarksituation werfen; in den USA auch als Non-Farm Payroll (NFP) bekannt. Dieser Bericht wird jeden Monat veröffentlicht und enthält auch immer Revisionen der Daten des letzten Monats.

Nehmen wir an, das sich die US-Wirtschaft in einer Krise befindet und die NFP Zahlen sinken um 50,000; die Anzahl derjenigen Menschen, die ihren Job verloren haben. Es ist jetzt Februar und der NFP Bericht erwartet weitere 35,000 verlorene Arbeitsplätze.

Der eingehende NFP Bericht zeigt jedoch nur 12,000 Arbeitsplatzverluste; also total unerwartet. Die revidierten Daten des Monats Januar erscheinen also im aktuellen Bericht des Februars; einen Rückgang der Arbeitsplätze um 20,000.

Als Händler müssen Sie sich immer auf eine Änderung der Situation wie in unserem Beispiel einstellen wenn die Daten revidiert wurden. Wenn man nicht gewusst hat, dass die Daten für den Monat Januar überarbeitet wurden, könnte eine negative Reaktion zu den zusätzlichen 12,000 Arbeitsplatzverlusten im Februar die Folge sein. Die würde in gleich zwei aufeinanderfolgenden Monaten Arbeitsplatzverluste bedeuten, was nicht sehr gut ist.

Wenn Sie jedoch die verbesserte Revision der NFP Zahlen für Januar und die besseren Erwartungen für den Februar berücksichtigen, könnte sich der Markt am Wendepunkt befinden.

Die Arbeitsmarksituation sieht nun ganz anders aus wenn Sie sich die eingehenden UND die revidierten Daten des letzten Monats betrachten.

Stellen Sie sicher, dass Sie nicht nur feststellen das revidierte Daten existieren, sondern auch in wie weit diese geändert wurden. Größere Revisionen haben mehr Gewicht als die Analyse der aktuellen Datenveröffentlichung.

Revisionen können dabei behilflich sein eine mögliche Trendänderung oder überhaupt keine Änderung zu bestätigen. Seien Sie also immer wachsam was veröffentlicht wurde.
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