Wie wir bereits erwähnt hatten legen die nationalen Regierungen und die Zentralbanken die Geldpolitik fest um ein bestimmtes ökonomisches Ziel oder die Wirtschaftspolitik zu definieren.
Zentralbanken und Geldpolitik gehen Hand in Hand; Sie können also nicht das eine ohne das andere erwähnen oder in Betracht ziehen.
Während manche der wirtschaftlichen Zielvorgaben von den verschiedenen Zentralbanken geteilt werden, so treffen Zentralbanken jedoch auch ihre eigenen Entscheidungen die im gewissen Sinne durch die aktuelle Situation der Volkswirtschaft bestimmt werden.
Letztlich ist die Aufgabe der Geldpolitik eines Staates und der Zentralbank die Förderung der Preisstabilität und des Wirtschaftswachstums.
Um diese Ziele erreichen zu können, benutzen die Zentralbanken mit Hilfe der Geldpolitik um folgendes zu kontrollieren:
• Die Koppelung der Leitzinsen an die Kosten des Geldes
• Den Anstieg der Inflation
• Die Geldmenge
• Die Mindestreserven über Banken
• Die Rabatte für Kreditvergaben an Geschäftsbanken
Arten der Geldpolitik
Geldpolitik kann man in verschiedener Weise definieren oder in Bezug nehmen. Kontraktive oder restriktive Geldpolitik findet statt, wenn dadurch die Größe der Geldmenge reduziert wird. Dies kann auch mit der Anhebung der Zinssätze auftreten.
Die Idee die dahinter steckt ist, dass man ein zu starkes Wirtschaftswachstum mit höheren Leitzinsen abbremsen will. Die Vergabe von Krediten wird dadurch schwieriger und teurer gemacht, was zu reduzierten Ausgaben bei den Konsumenten und den Geschäften führt.
Expansive Geldpolitik, auf der anderen Seite, erweitert oder erhöht die Geldmenge oder senkt den Zinssatz. Die Kosten der Kreditaufnahme sinken in der Hoffnung, dass die Ausgaben und Investitionen steigen werden.
Akkommodierende Geldpolitik zielt darauf ab ein Wirtschaftswachstum durch eine Senkung der Zinsen zu schaffen, während eine straffe Geldpolitik eingesetzt wird um die Inflation zu reduzieren oder das Wirtschaftswachstum durch die höhere Zinsen zu beschränken.
Eine neutrale Geldpolitik versucht schließlich weder das Wirtschaftswachstum noch die Inflation zu bekämpfen.
Sie sollten sich bei einer Inflation darüber im Klaren sein, dass die Zentralbanken generell ein Inflationsziel vor Augen haben, sagen wir 2%.
Natürlich wird eine Zentralbank dieses Inflationsziel nicht direkt und in der Öffentlichkeit bekanntgeben, aber die Geldpolitik ist so festgelegt das man diese, man könnte sage Komfortzone, erreichen kann.
Die Zentralbanken wissen, dass eine Inflation manchmal eine gutes Sache ist, aber eine aus der Kontrolle geratene Inflation kann sich negativ auf die Zuversicht der Bevölkerung in die Wirtschaft, Arbeitsplätze und schließlich in ihr Geld auswirken.
Wenn man ein Ziel für die Inflationsebene hat können die Zentralbanken den Wirtschaftsteilnehmern einen besseren Einblick in die aktuelle ökonomische Situation oder Lage geben. Lassen Sie uns einmal folgendes Beispiel betrachten.
Im Januar 2010 stieg die Inflation in Großbritannien innerhalb von nur einem Monat von 2,9% auf 3,5%. Das Inflationsziel lag bei 2%, und die neue Inflationsrate von 3,5% befand sich weit über der Komfortzone der Bank of England.
Der Chef der BOE, Mervyn King, versicherte nach dem Erscheinen des Berichts, das temporäre Faktoren diesen plötzlichen Anstieg zu folge hatten, und dass die aktuelle Inflationsrate in kürzester Zeit wieder, ohne irgendeiner Aktion der BOE, fallen würde.
Egal ob diese Aussage am Ende der Wahrheit entsprochen hat, darauf kommt es nicht an. Wir wollten Ihnen mit diesem Beispiel verdeutlichen, dass der Market sich definitiv besser aufgehoben fühlt wenn die Zentralbank bezüglich der Leitzinsen etwas unternimmt oder nicht unternimmt.
Um es einfach auszudrücken –Händler mögen Stabilität.
Zentralbanken mögen Stabilität.
Volkswirtschaften mögen Stabilität. Wenn man sich darüber im Klaren ist, dass es eine Vorgabe für die Inflationsrate gibt, dann ist dies für das Verständnis des Händlers, warum die Zentralbank diese Maßnahmen unternimmt, sehr hilfreich.
Rundherum mit Entscheidungszyklen
Diejenigen unter Ihnen, die die Entwicklung des US-Dollars und der US-Wirtschaft folgen (und das sollte jeder von Ihnen sein!) können sich sicherlich noch an die plötzliche Anhebung der Leitzinsen durch die US-Notenbank um 10% erinnern.
Es war das verrückteste Ding das die Fed jemals gedreht haben und die Finanzwelt war in Aufruhr!
Warten Sie… Sie können sich daran nicht erinnern?
Die ganzen Medien haben darüber berichtet.
Die Spirtpreise sind massiv angestiegen und auch der Milchpreis ging durch die Decke.
Wahrscheinlich haben Sie gepennt!
Warten Sie… wir haben Sie ein bisschen an der Nase herumgeführt!
Wir wollten nur sicherstellen, dass Sie auch noch wach sind. Die Geldpolitik würde sich nie so dramatisch wie in unserem Beispiel ändern.
Die meisten Änderungen der Geldpolitik werden in kleinen inkrementalen Angleichungen vorgenommen; ansonsten würden die Jungs von der Zentralbank ein ganz schönes Chaos kreieren.
Nur der Gedanke, dass so etwas passieren könnte, würde nicht nur einen individuellen Händler erschrecken, sondern auch die gesamte Wirtschaft negativ beeinflussen.
Aus diesem Grund werden die Leitzinsen generell im Bereich von 0,25% bis 1% auf einen Schlag erhöht. Sie erinnern sich; die Zentralbanken wollen eine Preisstabilität, keinen Schock und Überraschung.
Aufgrund dieser Stabilität werden die Leitzinsen nicht in kurzen Abständen dramatisch erhöht. Der Prozess kann Monate, ja sogar ein paar Jahre dauern.
Wie Händler, die Daten sammeln und auswerten bevor sie ihren nächsten Handel tätigen, genau so arbeiten auch die Zentralbanker. Allerdings liegt der Schwerpunkt der Zentralbanker bei Entscheidungen die die gesamte Wirtschaft betreffen können, nicht nur ein Handel oder eine Order.
Die Anhebung von Leitzinsen kann man wie das Betätigen des Gaspedals beschreiben, während die Senkung von Leitzinsen dem Betätigen der Bremse entspricht. Sie sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die Konsumenten und die Geschäfte auf diese Entscheidung ziemlich langsam reagieren.
Der Zeitunterschied zwischen der Änderung der Goldpolitik und deren Auswirkungen kann manchmal bis zu zwei Jahre betragen.